Kugeldrehen

aus einer Kantel mit quadratischem Querschnitt

Handgedrechselte Kugeln aus Zirbe, Durchmesser knapp 80mm


Zum

Kugeldrehen gibt es viele Verfahren. Ich möchte hier eines vorstellen, das es erlaubt:

  • im sogenannten Schattendrechselverfahren die zukünftige Form der Kugel am sich drehenden Werkstück zu sehen (an der Schattenkante kann dann die saubere Kugelform gedrechselt werden)
  • mit einer (3D-gedruckten) Würfelaufnahme verschieden große Kugeln drehen zu können
  • aus einer Kantel mit quadratischem Querschnitt können gleich mehrere "Zylinderwürfel" entstehen , aus denen die Kugeln gedrechselt werden
  • der Kugeldurchmesser entspricht dabei immer der Stärke der Kantel
  •  das Verfahren ist m.E. relativ einfach auszuführen, allerdings ist immer präzises Arbeiten erforderlich

Diese Technik ist keineswegs meine Erfindung; lediglich die Idee, die speziellen Würfelaufnahmen (die sonst nicht so einfach herzustellen sind) und die Kugelaufnahmen auf dem 3D-Drucker zu erstellen, ist von mir.


Wir

beginnen mit einer Kantel, die auf der Kreissäge oder der Bandsäge sorgfältig auf quadratischen Querschnitt mit konstanter Kantenlänge abgerichtet wurde. Die Kantenlänge des Querschnits entspricht dem späteren Durchmesser der Kugel. Realistischerweise wird der tatsächliche Durchmesser aufgrund von Ungenauigkeiten und des Schleifens etwas geringer ausfallen.

Die Achse der Kantel wird so präzise wie möglich angerissen und vorgekörnt und wird dann zwischen Spitzen gespannt,

Auf einer Seite der Kantel werden exakt rechtwinklig Würfelgrenzen angezeichnet. Der Bereich in den die Spitzen eingreifen, wird dabei ausgespart.

Die Länge der hier verwendeten Kantel genügt leider nur für zwei Würfel (rechts und links), das Mittelteil ist zu kurz.

MIt einem Abstecher oder Bedan werden die Würfel freigestochen.

Der Freistich muss so tief erfolgen, dass die Würfelaufnahme später vollständig auf die Würfelecken geschoben werden kann.

Ein Mittenbereich der Würfel wird in etwa so markiert, dass ein Randbereich von etwa einem Viertel der Würfelkante entsteht. Der Mittenbereich wird mit Abstecher oder Bedan exakt auf den Kanteldurchmesser zylindrisch abgesetzt.

Die so entstandenen Zylinderwürfel werden mit der Säge getrennt.

Die verbleibenden, zylindrischen Überstände stören nicht. Sie werden später einfach weggedrechselt

Jetzt

kommen die speziellen Würfelaufnahmen ins Spiel.

für den Planscheibeneinsatz der Multistar Körnerspitze

für M33

Mit der tetraedrischen Würfelaufnahme wird der "Zylinderwürfel" diagonal gespannt.

Der Zylinder im Würfel erzeugt den Kugelschatten, der auf meinem Digitalbild leider nicht sauber abgebildet wird, sich aber erahnen lässt. Nach dem Wegdrechseln der "durchsichtigen" Bereiche ist die Kugelform (außer im Bereich der Zapfen) bereits vorhanden.

Jetzt

benötigen wir die Kugelaufnahmen.

Hier sind die Querschnitte von gedruckten Varianten gezeigt. Unten sind aus Holz gefertigte zu sehen.

Wichtig bei den Kugelaufnahmen ist, dass sie die Kugel nicht mit der Kante, sondern mit der schrägen Fläche halten; das vermeidet Kantenabdrücke in der Kugel. Zur Aufnahme verschieden großer Kugeln ist die Aufnahmefläche als flacher Kegel geformt.

für den Planscheibeneinsatz der Multistar Körnerspitze

für M33

Nach dem Umspannen in die Kugelaufnahmen können die Zapfen abgedreht werden.

Meine (alten) hölzernen Aufnahmen drücken mit der Kante auf die Kugel, daher sind die schonenden Zwischenlagen nötig.

Hier wurde die Kugel unter mehrfachem Verdrehen in den gedruckten Kugelaufnahmen fertiggeschliffen.